L A N D S C H A F T S V E R B A N D     S T A D E :   P L A T T D E U T S C H E   T E X T E


Landschaftsverband Stade: Plattdeutsche Texte, nicht nur für den plattdeutschen Schüler-Lesewettbewerb im Elbe-Weser-Dreieck:

Lesehilfe: Lies a, aa, ah, o, oh, oo wie "o" in Sorgen; g, gg wie "ch" und das "t" am Wortende nicht mit.

Huusopgoven

Von Elke Paulussen


„Kiek mol!“ reup Anne un höll ehr Mudder dat Huusopgovenheft ünner de Nees. „Das sind ja starke Sätze!“ stünn dor ünner un froogt harr ehrn Düütsch-Schoolmester: „Na, Anne, wer hat denn mit dir die Hausaufgaben gemacht?“ „Mein Bruder!“ anter se. Jo, wenn Anne ehrn groden Broder dor is, mookt se de op’t leevst mit em. So ok annerletzt.
„Also, ihr sollt aus den vorgegebenen Wörtern Sätze bilden,“ harr he faststellt. „Dennso fang man an!“ Dat wüürn Wüür as: „auffallen, beruhigen, fragen, krachen, kochen, leidend usw.“ Na, Anne leeg jo los op ehre Oort un schreev mit dat erst Woort den Satz: „Ich bin auffallend.“ „Hm“, meen ehr Broder, de wüür veel to kott, se harr 25 Wüür kregen, de se ünnerbringen müß, un wenn een so bi fief oder süß Wüür in een Satz ünnerbringen dee, denn wüür se veel gauer von ehr Arbeit af.“
Dat wüür een goden Gedanken, man he schull ehr dorbi helpen. Dat dee he denn ok. De tokomm Satz wüür all heel wat beter: „Krachend fiel Peter auf den schlafenden Gerold, der wütend und rasend dem daraufhin lachenden Peter eine schallende Ohrfeige gab.“ Kiek, dor harr se nu glieks fief Wüür in, un keem veel gauer to Pott. Anne ehre Ogen lüchten. Geiht doch nix öbern plietschen groden Broder! Denn keum de tweet Satz: „Passend zu den leuchtenden Sternen küßte der Junge das sich mit ihm zum erstenmal treffende Mädchen.“ Also, beter güng’t jo nich, un se harrn meist alle Wüür bi’n Wickel. Man denn säg he een Satz, dor keum Anne wat inne Bredullje. „Mama“, reup se! „Den kannst du so lassen, brauchst Mama gar nicht rufen,“ meen Pit un grien. „Mama“, Anne reup nochmol. „Kann ick dat so schrieven? Ward dor ok nüms beus bi: „Die so viel wissenden Lehrer leben zwar lebend, aber leidend! Also Mama, wenn Herr Schmidt das nu komisch findet! Mama, weiß nicht! Geht so’n Satz?“ Ehre Mudder puust vör Lachen. „Wat mookt ji denn dor egens för’n Kroom?“ „Siehste! Mama lacht!“ meen Anne un wull den Satz wegstrieken. Mann Mudder meen, Herr Schmidt kunn so’n Oort Schrievwark goot verdregen. Se neuhm dat Heft vör de Nees un lach un lees: „Der kochende Mann schaute fragend in die nicht sehr beruhigend glänzenden Augen seiner weinenden Frau...“ „Dat hüürt sick jo an, as wüür de Mann kookt!“ „Tschä“, meen Anne, egens schull dat jo heten: „Der vor Wut kochende Mann schaute...“ Man miteens wüürn ehr de Sätze to lang, denn harr se dat eenfach wegloten. Un wüür jo allens ok goot wodden. „Stark!“, dat harr de Düütschlehrer noch nienich bi ehr ünnerschreven! Wat is dat doch vör een Vördeel, wenn een so’n groden, plietschen Broder hett.



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