Kurz: Landschaftsverband Stade

„Hygiene, Schlafen, Kleidung“ im Kranichhaus

Das Thema ‚Wachen und Schlafen’ und die damit zusammenhängenden Fragen nach dem Anspruch, den man bis ins 19. Jahrhundert an die persönliche Hygiene und Kleidung und Schmuck stellte, wurde im Kranichhaus im Schlafzimmer und im angrenzenden sog. Ankleidezimmer erörtert. Hinzu kam zur Anschauung das Alkovenbett im heutigen Kinderzimmer und die rekonstruierte ehemalige Wasserversorgung des Hauses in der Küche im Untergeschoss. Dabei konnten die Schüler zu ihrem Spass auch „Probeliegen“.

Nach einer kurzen Einführung durch den Anleiter bestand die erste Arbeitsaufgabe der Schüler in der Erstellung einer möglichst umfassenden Inventarliste der Räume, einschliesslich der modernen technischen Einbauten. Hiermit sollte die Wahrnehmung der Schüler für die museale Fülle an Details geweckt bzw. geschärft werden. Zum Teil kamen dabei erstaunlich detaillierte Listungen zu Stande.

Nach diesem in die Breite gerichteten Arbeitsschritt beschrieben jeweils zwei Schüler einen einzelnen Gegenstand im Detail, von seinen Abmessungen, dem verarbeiteten Material, seiner ästhetischen Anmutung (fein – derb), dem vermutlichen Wert bis hin zur teilweise für die Schüler rätselhaften Frage nach seiner Funktion. Insbesondere bei der Erörterung der Frage nach den verwendeten Materialien ergaben sich vertiefende Gespräche über ehedem landschaftstypische Besonderheiten. Als Beispiele seien die Verarbeitung tropischer Hölzer (Mahagoni) und sog. Zuckerkisten-Holzes genannt, das über den Seeweg in die baumarmen Marschlandschaften gelangte, oder die Herstellung von stabförmigen Behältnissen (Nähnadel-Köchern) aus Walross-Zahn.

Empireballkleid getragen von Schülerin der GegenwartAls Glanzlicht entdeckte eine Schülerin schliesslich noch ihre besondere Begabung als Modell. Janna-Marie Schwanemann kleidete sich anlässlich der Präsentation der Arbeitsergebnisse in zwei Empire-Ballkleider aus Atlasseide einschliesslich der zugehörigen Accessoires, einer Haube und eines Schirms.