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Nachdem die museumspädagogische Woche 2013 ausgefallen und in 2014 eine Fortbildungsveranstaltung für die Beteiligten Museumspädagogen stattgefunden hatte sollte es in 2015 wieder eine “herkömmliche” Museumspädagogische Woche geben. Als Ort der Veranstaltung hatten wir uns das frisch gegründete Museum Windstärke 10 in Cuxhaven ausgesucht.

Windstärke 10,.das Fischerei- und Wrackmuseum, war knapp ein Jahr vorher eröffnet worden und ist der Nachfolger von zwei Vorgängermuseen: dem Wrackmuseum und dem Fischereimuseum in Cuxhaven. Diese zwei Themen sind allerdings nicht auf den ersten Blick so geschaffen, daß man damit Kinder begeistern kann. Wracks könnten vielleicht noch eine gewisse Faszinantion ausüben, wenn es darum ginge, versunkene Schätze daraus zu bergen. Hier aber sollten Kinder versuchen, sich in die beim Untergang vom Tod bedrohten Menschen zu versetzen. Und das Leben in der Fischerei vor Island war einer der gefährlichsten Berufe auf der Welt. Es würde also, das war uns bald klar, nicht so einfach werden, Schülern der 6. Klasse dieses Thema schmackhaft zu machen. Denn das ist eines der Ziele der museumpädagogischen Woche des Landschaftsverbandes: Kinder vom Reiz eines Museumsbesuchs zu überzeugen.
Wir hatten mehrere Vorbereitungstreffen im Museum und obwohl sie uns im Allgemeinen freie Hand ließ und uns bei unseren Plänen tatkräftig unterstützte, so machte die Leiterin des Hauses, Frau Dr. Sarrazin, zwei Sachverhalte klar, die ihr sehr wichtig waren: Keine Piratenspiele! Piraten sind, anders als oft im Kino und Fernsehen zu sehen, keine netten oder guten Menschen. Und wir sollten uns mit der Fischerei beschäftigen, die traditionell von Cuxhaven aus gestartet und meist in den Nordatlantik bis Island hinaus betrieben wurde.

So waren es insgesamtvier Stationen, die den Schülern in diesem Jahr angeboten wurden:

1. “Warum schwimmen manche Schiffe, wann gehen sie unter. Welche Kräfte herrschen dabei im Wasser”
Die Station wurde geleitet von Dr. Jean-Loup Ringot, einem normalerweise selbständig arbeitenden „Archäogaukler“ - eine Station die sich mit Archimedes und physikalischen Prinzipien wie Dichte und Verdrängung auseinandersetzte.

2. – “Welche Tiere schwimmen überhaupt im Nordatlantik, warum und wie lange schon sind sie da” – eine naturwissenschaftliche Station von und mit Alexander Benn vom Schwedenspeicher-Museum in Stade, der seine beachtliche Sammlung naturwissenschaftlicher Präparate für die Schüler öffnete und zum Anfassen freigab.
 

3. - “Der Untergang der Cimbria” – ein Thema, bei dem die Kinder mit nahezu allen Facetten menschlicher Schicksale konfrontiert wurden. Bei dieser Station ging es nicht so sehr um die Kenntnis der Bedingungen und des technischen Ablaufs der Katastrophe, es sollte viel mehr das Verständnis für Auswanderer geweckt werden, deren Leben und Zukunftsvorstellungen auf so dramatische Weise zerstört wurden.
 

4. - „Die Arbeit und das Leben auf dem Fischerei-Dampfer Otto Flohr“
Die Fischerei vor Island, härtester Beruf der Welt. Was bedeutete es, anzuheuern, welche Gefahren lauerten, mit welchem Lohn wurde das Risiko vergolten. Das waren die Fragen, die auf dem Rundgang durch die Station „Die Arbeit und das Leben auf dem Fischerei-Dampfer Otto Flohr“ eindrucksvoll beantwortet wurden.
Im Anschluß an diese Führung sollten die Schüler und Schülerinnen dann die Fischarten kennen lernen, die von Cuxhaven aus gefangen wurden.