Kurz: Landschaftsverband Stade

Die Station Knoten und Lasten

Teamer:
Siegfried Stölting, Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven
Hubert Hansel, Landschaftsverband Stade

Station vor Eintreffen der Kinder

Das Thema Küstenschiffahrt und das Kehdinger Küstenschiffahrts- Museum kommen und kamen natürlich nicht ohne Seile und Taue, Knoten und Schläge, Taljen und Kauschen aus. Zu diesen Themen gab es bei der Museumspädagogischen Woche des LaDie Fragebogen werden verteiltndschaftsverbandes 2008 die Station Knoten und Lasten.

Empfangen wurden die Schüler zunächst mit einigen Begriffen aus der Seemannssprache. Dazu gab es einen kleinen Fragebogen, der verschiedene Umschreibungen für Begriffe aus der Seemannssprache darbot. Die Kinder sollten den richtigen Begriff finden. Dies plazierte die Station noch einmal im Bereich Leben an Bord. Ausfüllen der FragebogenHier wurden auch die Begriffe Steuerbord und Backbord mit den zugehörigen Farbcodes mit Herkunft und Eselsbrücke erklärt.

Die Frage, wie es denn in der Seemannssprache heißt, ein Schiff anzubinden (festmachen) führte dann auch schon zum Thema Knoten. Es gibt tausende verschiedene Knoten. Grundlegend gibt es aber verschiedene Funktionen, die Knoten erfüllen müssen: Einige Knoten müssen fest sein und dürfen sich nicht lösen, andere Knoten müssen in einer Richtung fest sein und müssen sich lösen, sobald in der anderen Richtung gezogen wird, wieder andere Knoten bilden eine Schlinge, die sich nicht verändert und die nächsten Knoten ziehen sich immer fester, je mehr Last sie zu tragen haben. Dann gibt es noch Knoten, um Seile zu verbinden. Alle Kinder erhielten zunächst einen etwa einen Meter langen Tampen.

Achterknoten oder Palstek?Wir begannen mit dem „Halben Schlag“, dem „Hausfrauenknoten“. Den konnten alle. Wie schnell aus diesem Knoten ein Seemannsknoten wird zeigte die Weiterentwicklung vom Hausfrauen- zum Achterknoten. Dies war der erste Seemannsknoten für die Schüler. Als nächstes lernten die Kinder den Slippstek, einen Knoten, der an einem Seilende fest ist, beim Zug am anderen Seilende aber geht er auf. Eine Schlinge, die nicht mehr auf geht, ist der Palstek. Diesen Knoten zu binden war für die meisten Schüler nicht so einfach, letzten Endes haben sie es aber alle geschafft. Hierbei war es hilfreich, zwei Wege der Erklärung zu gehen: Eine Handbewegung, die vorgemacht wurde und durch die sich der Knoten „wie von selbst“ ergab und eine Geschichte mit einem Baum hinter einem See und eine Seeschlange...

Tauziehen am DeichDer Palstek wurde denn auch als der Knoten vorgestellt, der im Falle von „Mann über Bord“ schnell im Wasser geknotet werden kann und der, da er sich nicht zuzieht, ideal für diesen Notfall ist. Solche Geschichten führten dann auch zu Scherzen über zu kurze Leinen. Hier kam der nächste Knoten ins Spiel: der Kreuzknoten. Auch von diesem Knoten gibt es eine kräftigere Version: den Schotstek. Als alle diesen Knoten konnten, wurden alle Seile zusammen gebunden und mit dem so entstandenen langen Seil ein Tauziehen veranstaltet. Hierbei zeigten sich dann auch sehr schnell falsche Knoten, indem sie einfach dem Zug nicht standhielten.

Sein eigenes Gewicht hochziehen?Im Anschluß an diese Übung verblüfften wir die Schüler: Zwei vermeintlich starke Schüler wurden mit waagerechte gehaltenen Besenstielen voreinander gestellt. Ein Seil wurde an einem Besenstiel befestigt und dann drei mal um beide Besenstiele geschwungen, das Ende wurde einem schwächeren Schüler in die Hand gegeben. Er sollte nun die anderen beiden zusammen ziehen, diese sollten versuchen, sich dagegen zu wehren. Die vermeintlich stärkeren Schüler hatten keine Chance. So kamen wir auf das Prinzip der Kraftverstärkung durch Umlenkrollen, zu Blöcken, Taljen, Flaschenzügen. Drei Säcke, jeder 10 kg schwer, wurden an verschiedenen Gerätschaften aufgehängt, die Schüler konnten so erfahren, daß bei einer steigenden Zahl von Rollen die nötige Zugkraft sinkt, dafür aber die bewegte Seillänge gesteigert wird. Letzte dieser Aktionen war ein Bootsmannsstuhl, der so aufgehängt war, daß die Schüler ihr eigenes Gewicht in die Höhe und bis unter das Vordach ziehen konnten.

Zum Abschluß kamen wir dann auf eine andere Art, diese Höhe zu erreichen: Eine Strickleiter. Die Schüler lernten den Webleinstek und verbanden damit Holzsprossen, die aus zersägten Besenstielen bestanden zu fünf- bis sechssprossigen Strickleitern, zwei an der Zahl, die wir dann unter das Dach zogen und die die Schüler dann erklimmen durften.

Damit war ein spannender Vormittag meist schon zu Ende, wenn nicht wurden noch die erlernten Knoten wiederholt oder sogar „auf Zeit geknotet“ und der schnellste Knoter der Gruppe festgestellt.

Abschließend kann man sicher sein, daß die Kinder nicht nur etwas mitgenommen, sondern auch etwas gelernt haben: Neben der Herstellung von Knoten nämlich die Tatsache, daß Museum Spaß machen kann.