Kurz: Landschaftsverband Stade

Das Theater auf dem Flett gibt es schon seit einigen Jahren. Hier nun einige Stücke der Jahre vor 2010:

 

Plakatentwurf: Dirk BehrensIm Jahr 2009 wurde das Stück “Lengen na Rio” von Brigitte Schönecker einstudiert.

Lengen na Rio - Sehnsucht nach Rio - dabei geht es aber weniger um die Stadt am Zuckerhut, vielmehr ist damit ein (fiktiver) Ort gemeint, an dem es keinerlei Probleme gibt. Und nach so einem Ort sehnen sich vier sehr unterschiedliche Frauen, die aus verschiedenen Gründen froh sind, ungebunden zu sein (oder sich zumindest dafür halten) und sich auf einem Bauernhof zu einer Wohngemeinschaft zusammengefunden haben bzw. sich noch zusammenraufen müssen. Selbstverständlich – es handelt sich schließlich um eine Komödie in fünf Akten – werden alle Beteiligten in Ihren Überzeugungen noch schwer geprüft und ebenfalls selbstverständlich versuchen verschiedene Männer, an diesen Weltbildern zu rütteln.

Die Geschichte im Detail: Das Stück spielt auf einem norddeutschen Bauernhof der Gegenwart. Emma hat diesen Hof geerbt und beabsichtigt, zusammen mit drei Freundinnen hier zu leben. Diese vier „glücklich geschiedenen“ Frauen wollen hier ihre Vorstellung von Selbständigkeit, Freiheit und damit auch Gleichberechtigung verwirklichen. Hier beginnt die Komödie indem sie aufzeigt, wie unterschiedlich vier verschiedene Frauen ihren Weg durch das Leben einschätzen können und um wieviel schwieriger der ideelle Kampf wird, wenn das Haushaltsgeld nicht ausreicht.

Probleme wachsen, sobald Männer erscheinen

Was diese Frauen am Anfang noch nicht wissen: auf dem geerbten Hof gibt es zwei „mitgeerbte“ Männer, ehemalige Theaterleute, die es sich hier recht gemütlich gemacht haben. Mit ihnen wachsen die Probleme. Zuguterletzt stellt sich heraus, daß Emma zwar glücklich ohne Mann, nicht aber geschieden ist. Und nun sucht sie ihr südamerikanischer Nochehemann in der Absicht, sein vermeintliches „Eigentum“ wieder zurück nach Brasilien zu holen. Doch das Eigentum wehrt sich völlig unerwartet!

Theater auf dem Flett: die Schauspieler und der Regisseur 2009

 

Theater auf dem Flett 2008:

Lütte witte Siedenschoh

Im Jahr 2008 führte der Landschaftsverband Stade sein Theater-Seminar-Projekt “Theater auf dem Flett” fort. Wiederum sollte ein heiteres, abendfüllendes Stück in Plattdeutsch einstudiert werden. Regisseur Wolfgang Rostock, der auch in diesem Jahr die Proben und die Aufführungen leitete, hatte diesmal etwas besonderes ausgesucht: “De lütte witte Siedenschoh”, eine Komödie in drei Akten von Ingo Sachs, nach Carlo Goldonis “Il patrono amoroso”.

Karin Middeke, Jens Wetter, Wolfgang Steinhausen (v.l.)

 

Lebendige Szenen wechselten mit...Das Stück spielt auf einem norddeutschen Bauernhof etwa um 1910. Der leidenschaftliche Bauer Benno führt seinen Hof zusammen mit seinem jüngeren Bruder und der Haushälterin Lisa. Er ist verwitwet und hat Lisa schon vor geraumer Zeit die Ehe versprochen, sein Versprechen aber bis jetzt nicht eingelöst. Seinen jüngeren und ein wenig unselbständigen Bruder Fiete drängt er unentwegt, sich eine möglichst reiche Frau zu suchen und diese auf den Hof zu bringen. Fiete hingegen hat schon die Frau fürs Leben gefunden: das Hausmädchen Katharina aus Hamburg. Dies traut er sich aber nicht, seinem älteren Bruder zu sagen. Mit Lisas Wissen holt er „seine“ Katharina als Magd Trina auf den Hof, um so seinen Bruder von ihren menschlichen Qualitäten zu überzeugen. Dieser Betrug jedoch rächt sich: Benno selbst fühlt sich nun zu Trina hingezogen und macht ihr Avancen. Und Trina, der die mangelnde Willensstärke „ihres“ Fiete mißfällt, geht zum Schein auf sein Werben ein. Nun jedoch kommen Lisa und Fiete erst so richtig in Fahrt...

...eher ruhigen ab.Und so spielten in diesem Stück nicht nur Personen, sondern auch ein paar feiner, weißer Seidenschuhe eine bedeutende Rolle (Hochzeitsschuhe). Für die Zuschauer verspach diese Komödie einen vergnüglichen Abend mit viel Spaß am Plattdeutschen.

 

 

 

 

Nach mehr als 200 Jahren immer noch aktuelles Stück über bekannte Verhaltensmuster

Soo klein die Männer - mit Hut!Beim Lütten witten Siedenschoh handelt es sich um ein nach der Komödie „Il Patrone amoroso“ von Carlo Goldoni für das Niederdeutsche gearbeitetes Stück. Und auch wenn es in seiner Urfassung vor über 200 Jahren geschrieben wurde und vor 100 Jahren spielt, so fehlt doch nicht der Bezug zu unserer Zeit: Auch heute kennen wir Menschen, die versuchen, durch Heirat soziale Sicherheit zu erreichen wie es auch ältere Männer gibt, die plötzlich ihr Herz für junge Mädchen entdecken. Nicht zuletzt gibt es aber auch heute, wie zu Zeiten Goldonis, Frauen, die ihre Pläne auch auf verschlungenen Wegen umzusetzen wissen.

 

Im Jahr 2007 wurde das Stück “De Wirtsfru”
aufgeführt, eine plattdeutsche Adaption des
Lustspiels “Mirandolina” von Carlo Goldoni.

Klassik auf dem Feltt: Das Theater auf dem Flett spielt Mirandolina von Carlo Goldoni
Klassik auf dem Flett: Das Theater auf dem Flett spielte 2007 Mirandolina von Carlo Goldoni. Links: Jessica Mangels als Mirandolina, sitzend Waltraud Peters als Gesa und dahinter stehend Sigrid Behrens-Reiners als Telse.

Zur Geschichte: Mirandolina ist die hübsche Wirtin einer Pension und Gaststätte. Sie beherbergt drei männliche Gäste: Einer versucht, als Adliger Mirandolina durch Protektion zu gewinnen. Ein anderer versucht, durch teure Geschenke zum selben Ziel zu kommen. Nicht verführen sondern heiraten will sie dagegen der Kellner des Gasthofes, dem sie auch von Mirandolinas Vater versprochen war. Als nun noch ein bärbeißiger Frauenhasser in der Pension auftaucht, fühlt sich Mirandolina berufen, ihn von seinem Frauenhaß zu heilen. Für sie ist alles nur ein Spiel, das sie charmant und wortgewandt mit den verschiedenen Aspiranten spielt. Für die Zuschauer verspricht diese Ausgangskonstallation einen vergnüglichen Abend mit viel Spaß am Plattdeutschen.

Klassik auf dem Flett: Das Theater auf dem Flett spielt 2007 Mirandolina von Carlo Goldoni
Klassik auf dem Flett: Das Theater auf dem Flett spielte 2007 Mirandolina von Carlo Goldoni

Obwohl dieses Stück schon 1752 in geschrieben wurde, hat es doch nichts von seiner Aktualität verloren: Alle dargestellten Typen gibt es – in moderner Form – auch bei uns: Frauenhelden, die sich auf ihre Herkunft berufen, Playboys, die mit ihrem Geld versuchen, Frauen zu beeindrucken, selbsternannte “Frauenhasser”, die dies nur aus Bequemlichkeit oder Enttäuschung sind und nicht zuletzt Frauen, die mit all diesen Männern ihr Spiel spielen und dabei auf charmante Art eigene Ziele verfolgen.

 

Theater auf dem Flett 2006

Plakatentwurf: Dirk Behrens, Helmste

Unter der Leitung des Regisseurs Wolfgang Rostock wurde die abendfüllende plattdeutsche Komödie nach klassischer Grundlage

„De Tartuffe - een ganz een griesen Halunk“ Komödie in 5 Akten von Molière

aufgeführt.

Mit dem Stück „De Tartuffe - een ganz een griesen Halunk“ von Molière hat der Regisseur Wolfgang Rostock eine klassische Komödie ausgesucht. Der Clou dabei war, daß das Stück nahezu ohne Kulissen auf den Fletts der Heimathäuser der Region gespielt wurde. So wurden in die Inszenierungen die Heimathäuser selbst eingebunden, was den Inszenierung einen besonderen Reiz gab.

Zur Geschichte: Im Haus des wohlhabenden Kaufmanns Quaddel hat sich der scheinheilige Betrüger Herr Schilling eingenistet mit dem Ziel, Quaddel sowohl Haus und Hof als auch Frau und Tochter abzuluchsen. Quaddel fällt auf ihn herein, um damit sein schlechtes Gewissen ruhig zu stellen. Er geht dabei sogar soweit, die Verlobung seiner Tochter aufzulösen und diese mit Schilling verloben zu wollen. Einzig einen klaren Kopf behalten Amalia, Quaddels Schwager Ehrmann und das kluge Dienstmädchen Dora. Aber auch diese haben viel zu tun, um die Welt wieder ins Lot zu bringen.

Obwohl dieses Stück schon 1664 in Paris Uraufführung hatte, hat es doch nichts von seiner Brisanz verloren: Auch heute noch fallen Menschen reihenweise auf scheinheilige Betrüger herein und riskieren dabei ihre und die Existenz der Leute, die sie eigentlich lieben sollten oder für die sie Verantwortung tragen.

Regie: Wolfgang Rostock
Veranstalter: Landschaftsverband Stade
Plakatentwurf: Dirk Behrens

 

Ansprechpartner beim Landschaftsverband Stade:
Hubert Hansel, Telefon 04141/410 511
Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, Tel. 04141/46 300
Oder per Post an den Landschaftsverband Stade, Im Johanniskoster, 21682 Stade, Fax: 04141/47163

Selbstverständlich sind wir auch per e-mail erreichbar:

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