L A N D S C H A F T S V E R B A N D     S T A D E :   F A L T B L A T T    2 9


Landschaftsverband Stade: Hier folgen Text, Bilder und (am Ende) ein Tourenplan des mittlerweile vergriffenen Faltblattes Nr. 29 aus unserer Reihe „Wege in die Kulturlandschaft zwischen Elbe und Weser“:

Osterholz-Scharmbeck: Stadtspaziergang in Geschichte und Kultur



Osterholz-Scharmbeck, Kreisstadt des Landkreises Osterholz, ist eine lebendige niedersächsische Mittelstadt, ca. 20 km nördlich von Bremen am Teufelsmoor gelegen und auch als “Gartenstadt am Teufelsmoor” bekannt. Zwei “Stadtspaziergänge in Geschichte und Kultur” schlagen wir Ihnen vor: Sie können die Touren kombinieren, in Etappen “abgehen”, mit dem Fahrrad oder Pkw zurücklegen.


Tour A: Bahnhof

1 Der Bahnhof ist Ausgangspunkt dieses Stadtrundganges, der im Stadtteil Osterholz liegt; auf der anderen Seite der Bahnlinie liegt der Stadtteil Scharmbeck. Falls Sie mit dem Pkw anreisen, sind am Bahnhof Parkplätze vorhanden. Die Bahnstation “Osterholz-Scharmbeck” gibt es seit 1862, seit Bestehen der Strecke Bremen – Geestendorf (Bremerhaven). Tatsächlich handelte es sich bei “Osterholz-Scharmbeck” jedoch bis 1927 um zwei selbständige Orte mit eigener Verwaltung. 1929 wurden Osterholz-Scharmbeck die Stadtrechte verliehen.

Kulturzentrum Kleinbahnhof

2 Nicht weit vom Bahnhof, hinter dem Kaufhaus Reuter, liegt das ehemalige Bahnhofsgebäude und jetzige Kulturzentrum Kleinbahnhof, das vom Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler (1872 bis 1942) 1910 entworfen wurde.

Das Kulturzentrum Kleinbahnhof.

Das Kulturzentrum hat sich mit seinen einfallsreichen Programmen von Kabarett bis Kleinkunst, von Pantomime bis zu Autorenlesungen, vom Liederabend bis zum Rockkonzert einen Namen gemacht.

Hünengrab

3 Gehen Sie in Richtung Bahnhof zurück, so gelangen Sie durch die Bahnunterführung in die Bahnhofstraße. Nach kurzem Fußmarsch biegen Sie rechts in die Pappstraße ein und gelangen an der Ecke Osterholzer Straße/Am Hünenstein zum Hünengrab, das von der Besiedlung des Gebietes seit der jüngeren Steinzeit zeugt.

Das Hünengrab aus der jüngeren Steinzeit.

Eine erhebliche Anzahl von Hügelgräbern und weiteren Urnen bestätigt, daß auch die Menschen der nachfolgenden Bronze- und Eisenzeit hier ihre Wohnstätten hatten.

Ehrenmal

4 Durch die Bahnunterführung in der Osterholzer Straße gelangen Sie wieder in den Stadtteil Osterholz. Auf der linken Seite befindet sich der Eingang zum Osterholzer Friedhof, der durch sein schlichtes, eindrucksvolles Tor zu einem Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege wurde.

KLOSTERKIRCHE

5 Biegen Sie hinter dem Friedhof in die Hohetorstraße ein, die anschließend auf die Findorffstraße trifft. Von hier geht es weiter zur Klosterkirche, die die Urzelle des heutigen Stadtteiles Osterholz war. Das 1182 gegründete Benediktinerinnenkloster bestand bis 1650. Erhalten sind die als romanische Basilika erbaute Klosterkirche und das 1562 entstandene jetzige Gemeindehaus. Die Kirche ist täglich außerhalb der Gottesdienstzeiten von 8.00 bis 15.00 Uhr für Besichtigungen geöffnet.



Die Klosterkirche.


Museen des Landkreises Osterholz

6 Zurück geht es zur Bördestraße, zu den Museen des Landkreises Osterholz. Sie beheimaten u. a. interessante Sammlungen zur Vorgeschichte und Heimatkunde. Auf dem Gelände befindet sich das Findorff-Haus, das nach dem Moorkommissar Johann Christian Findorff (1720 – 1792) benannt ist, das Schrödersche Bauernhaus von 1701 sowie verschiedene andere Fachwerkbauten. Das einzigartige norddeutsche Vogelmuseum zeigt auf einer Ausstellungsfläche von 700 m² die Artenvielfalt der mitteleuropäischen Vogelwelt und einen vollständigen Überblick über die Vögel unserer Heimat. Im Rahmen dieses Spazierganges kann die Museumsanlage Samstags und Sonntags von 10 – 17 Uhr (Gruppen nach telefonischer Vereinbarung) besucht werden.

Klosterholz

7 Zurück geht es über die Osterholzer Straße vorbei an Philips Hof in das Klosterholz. Es gehört zu den buchenreichen Laubwäldern, die ursprünglich das heutige Kreisgebiet mit Ausnahme der Moore fast vollständig bedeckten. War das Klosterholz schon im vorigen Jahrhundert der einzige alte Wald in der näheren Umgebung, so ist es bis heute ein viel besuchtes Naherholungsgebiet geblieben. Der Waldlehrpfad Klosterholz – seit 1992 durch die Bürgerinitiative “Rettes das Klosterholz” entstanden – ist rund 3.000 m lang und führt Sie auf den Hauptwegen durch den ganzen Wald. Gehen Sie geradeaus durch das Klosterholz, so kommen Sie direkt am Parkplatz eines großen Kaufhauses gegenüber vom Bahnhof, dem Ausgangspunkt des Stadtrundganges, heraus.

Dauer des Spazierganges ca. 2 Stunden, außerdem Dauer der Museumsführung ca. 1 Stunde.

TOUR B: MARKTPLATZ

A Der Ausgangspunkt des zweiten “Stadtspazierganges in Geschichte und Kultur” beginnt auf dem Marktplatz, dem Kern des ehemaligen Dorfes Scharmbeck. Parkmöglichkeiten sind auf der nahegelegenen Marktweide vorhanden. Das letzte alte Bauernhaus aus der Zeit vor der Stadtsanierung ist noch neben dem auf der linken Seite des Marktplatzes stehenden ehemaligen Feuerwehrturm vorhanden. Markanter Blickpunkt des Marktplatzes ist die 1897 gepflanzte Kaiser-Wilhelm-Eiche.

St. Willehadi-Kirche

B Wenden Sie sich nun in Richtung Kirchenstraße, der 1985 eingerichteten Fußgängerzone, so kommen Sie zur St.-Willehadi-Kirche von 1745 mit Turm aus dem 10./11. Jh. Die Kirche ist sonntags von 15.30 bis 17.00 Uhr für Besichtigungen geöffnet.

Gut Sandbeck

C Weiter geht es am Ende der Fußgängerzone durch die gegenüberliegende Beckstraße, nach einem längeren Fußmarsch vorbei an dem 1763 von Ernst-August von Sandbeck erbauten Sandbecker Witwenhaus zum städtischen Kulturzentrum Gut Sandbeck, der “Guten Stube” Osterholz-Scharmbecks. Gut Sandbeck stellt den Hauptanziehungspunkt für die Liebhaber “klassischer” Kultur dar. Das 1575 im Stil der Weserrenaissance erbaute Gutshaus sowie die Große und die Kleine Scheune hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck erworben, um sie der Nachwelt als kulturhistorische Stätte zu erhalten. (Foto: siehe Titelseite)

Ältestes Bürgerhaus

D Nach kurzem Fußmarsch durch die Sandbeckstraße gelangen Sie an der Ecke Sandbeckstraße/Hundestraße zum ältesten zivilen Gebäude der Stadt Osterholz-Scharmbeck. Das Bürgerhaus in der Hundestraße 11 stammt aus dem Jahre 1626, heute beherbergen seine Räume eine Einrichtung des Diakonischen Werkes.


Der Stadtpark.

STADTPARK

E Nun führt ein etwas längerer Weg durch Hundestraße, Poststraße und Teichstraße zum Stadtpark, an dessen “unterem Ende” man auf das Wasserrad trifft, das früher Teil der Wasserstauanlage Fehsenfeld war. Diese war in der ursprünglichen Form Teil einer im 12. Jahrhundert erbauten Kornmühle.

Das Wasserrad im Stadtpark.

Wasserturm

F Oberhalb des Stadtparkes halten Sie sich links und Sie gelangen auf der rechten Seite zu einem hoch aufragenden Erkennungszeichen der Stadt, dem ehemaligen Wasserturm, der heute als Aussichtsturm dient. Gebaut wurde er im Jahre 1935 innerhalb von nur vier Monaten. Der Turm ist in jedem Jahr von ca. Mitte Mai bis Oktober bei gutem Wetter an Sonn- und Feiertagen von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Von dort hat man bei guter Sicht einen schönen Ausblick auf die Hammeniederung, nach Worpswede und Bremen.

Der ehemalige Wasserturm.

Mühle von Rönn

G Ein Stück weiter (die Lindenstraße wieder zurück), gelangen Sie zur Mühle von Rönn, für viele immer noch das Wahrzeichen der Stadt. Der doppelstöckige Viergänge-Holländer wurde 1882 erbaut und nach der Zerstörung der Flügel 1958 mit neuem Flügelwerk ausgestattet.

Die Mühle von Rönn.


Rathaus

H Am Ende der Lindenstraße erreichen Sie auf der linken Seite das Rathaus der Stadt Osterholz-Scharmbeck.


Es wurde Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts errichtet und erfüllte ab 1891 bis 1931 seine Funktion als Armenhaus und später als Pflegeheim, bevor es Verwaltungsgebäude der beiden zusammengelegten Orte Osterholz und Scharmbeck wurde. An der Ecke Bahnhofstraße/Lindenstraße steht das 1872 errichtete Denkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Der Entwurf stammte von dem Marschendichter Hermann Almers aus Rechtenfleth.
Zurück geht es durch die Bahnhofstraße zum Ausgangspunkt des “Stadtspazierganges”, dem Marktplatz.


Rathaus der Stadt Osterholz-Scharmbeck.


Dauer der Tour B ca. 2 – 3 Stunden zu Fuß. Tour A und B können zu einem großen “Stadtspaziergang in Geschichte und Kultur” (Dauer ca. 5 Stunden) miteinander verbunden werden, wenn man mit dem Punkt 1 der Tour A beginnt und anschließend die Bahnhofstraße bis zum Marktplatz, dem Punkt A der Tour B, geht. Sodann schließt sich Tour B bis zum Endpunkt H (Rathaus) an. Wenn Sie am Rathaus die Osterholzer Straße links heruntergehen, können Sie dann Tour A ab Punkt 3 (Hünengrab) anschließen.



1 - Bahnhof
2 - Kulturzentrum Kleinbahnhof
3 - Hünengrab
4 - Ehrenmal für die Gefallenen
5 - Klosterkirche
6 - Museen des Landkreises Osterholz
7 - Klosterholz

A - Marktplatz
B - St. Willehadi-Kirche
C - Kulturzentrum Gut Sandbeck
D - Ältestes Bürgerhaus in der .....Hundestraße 11
E - Stadtpark
F - Wasserturm
G - Mühle von Rönn
H - Rathaus mit Denkmal für die .....Gefallenen des deutsch - .....französischen Krieges.

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