Osterholz-Scharmbeck:
Stadtspaziergang in Geschichte und Kultur

-
Osterholz-Scharmbeck,
Kreisstadt des Landkreises Osterholz, ist eine lebendige
niedersächsische Mittelstadt, ca. 20 km nördlich von
Bremen am Teufelsmoor gelegen und auch als Gartenstadt am
Teufelsmoor bekannt. Zwei Stadtspaziergänge in
Geschichte und Kultur schlagen wir Ihnen vor: Sie können
die Touren kombinieren, in Etappen abgehen, mit dem
Fahrrad oder Pkw zurücklegen. -
-
-
Tour A:
Bahnhof
-
-
1
Der Bahnhof ist Ausgangspunkt dieses Stadtrundganges, der im
Stadtteil Osterholz liegt; auf der anderen Seite der Bahnlinie
liegt der Stadtteil Scharmbeck. Falls Sie mit dem Pkw anreisen,
sind am Bahnhof Parkplätze vorhanden. Die Bahnstation
Osterholz-Scharmbeck gibt es seit 1862, seit Bestehen
der Strecke Bremen Geestendorf (Bremerhaven). Tatsächlich
handelte es sich bei Osterholz-Scharmbeck jedoch bis
1927 um zwei selbständige Orte mit eigener Verwaltung. 1929
wurden Osterholz-Scharmbeck die Stadtrechte verliehen.
-
-
Kulturzentrum
Kleinbahnhof
-
-
2
Nicht weit vom Bahnhof, hinter dem Kaufhaus Reuter, liegt das
ehemalige Bahnhofsgebäude und jetzige Kulturzentrum
Kleinbahnhof, das vom Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler
(1872 bis 1942) 1910 entworfen wurde.
-
 Das
Kulturzentrum Kleinbahnhof. -
-
Das Kulturzentrum hat sich mit
seinen einfallsreichen Programmen von Kabarett bis Kleinkunst,
von Pantomime bis zu Autorenlesungen, vom Liederabend bis zum
Rockkonzert einen Namen gemacht.
-
-
Hünengrab
-
-
3
Gehen Sie in Richtung Bahnhof zurück, so gelangen Sie durch
die Bahnunterführung in die Bahnhofstraße. Nach kurzem
Fußmarsch biegen Sie rechts in die Pappstraße ein und
gelangen an der Ecke Osterholzer Straße/Am Hünenstein
zum Hünengrab, das von der Besiedlung des Gebietes seit der
jüngeren Steinzeit zeugt.
-
 Das
Hünengrab aus der jüngeren Steinzeit. -
-
Eine erhebliche Anzahl von
Hügelgräbern und weiteren Urnen bestätigt, daß
auch die Menschen der nachfolgenden Bronze- und Eisenzeit hier
ihre Wohnstätten hatten.
-
-
Ehrenmal
-
-
4
Durch die Bahnunterführung in der Osterholzer Straße
gelangen Sie wieder in den Stadtteil Osterholz. Auf der linken
Seite befindet sich der Eingang zum Osterholzer Friedhof, der
durch sein schlichtes, eindrucksvolles Tor zu einem Ehrenmal für
die Gefallenen der Weltkriege wurde.
-
-
KLOSTERKIRCHE
-
-
5
Biegen Sie hinter dem Friedhof in die Hohetorstraße ein,
die anschließend auf die Findorffstraße trifft. Von
hier geht es weiter zur Klosterkirche, die die Urzelle des
heutigen Stadtteiles Osterholz war. Das 1182 gegründete
Benediktinerinnenkloster bestand bis 1650. Erhalten sind die als
romanische Basilika erbaute Klosterkirche und das 1562
entstandene jetzige Gemeindehaus. Die Kirche ist täglich
außerhalb der Gottesdienstzeiten von 8.00 bis 15.00 Uhr für
Besichtigungen geöffnet. -
-
-
-
Die
Klosterkirche.
-
-
-
Museen
des Landkreises Osterholz
-
-
6
Zurück geht es zur Bördestraße, zu den Museen des
Landkreises Osterholz. Sie beheimaten u. a. interessante
Sammlungen zur Vorgeschichte und Heimatkunde. Auf dem Gelände
befindet sich das Findorff-Haus, das nach dem Moorkommissar
Johann Christian Findorff (1720 1792) benannt ist, das
Schrödersche Bauernhaus von 1701 sowie verschiedene andere
Fachwerkbauten. Das einzigartige norddeutsche Vogelmuseum zeigt
auf einer Ausstellungsfläche von 700 m² die
Artenvielfalt der mitteleuropäischen Vogelwelt und einen
vollständigen Überblick über die Vögel
unserer Heimat. Im Rahmen dieses Spazierganges kann die
Museumsanlage Samstags und Sonntags von 10 17 Uhr (Gruppen
nach telefonischer Vereinbarung) besucht werden.
-
-
Klosterholz
-
-
7
Zurück geht es über die Osterholzer Straße vorbei
an Philips Hof in das Klosterholz. Es gehört zu den
buchenreichen Laubwäldern, die ursprünglich das heutige
Kreisgebiet mit Ausnahme der Moore fast vollständig
bedeckten. War das Klosterholz schon im vorigen Jahrhundert der
einzige alte Wald in der näheren Umgebung, so ist es bis
heute ein viel besuchtes Naherholungsgebiet geblieben. Der
Waldlehrpfad Klosterholz seit 1992 durch die
Bürgerinitiative Rettes das Klosterholz
entstanden ist rund 3.000 m lang und führt Sie auf
den Hauptwegen durch den ganzen Wald. Gehen Sie geradeaus durch
das Klosterholz, so kommen Sie direkt am Parkplatz eines großen
Kaufhauses gegenüber vom Bahnhof, dem Ausgangspunkt des
Stadtrundganges, heraus.
-
-
Dauer des Spazierganges ca. 2
Stunden, außerdem Dauer der Museumsführung ca. 1
Stunde.
-
-
TOUR B:
MARKTPLATZ
-
-
A
Der Ausgangspunkt des zweiten Stadtspazierganges in
Geschichte und Kultur beginnt auf dem Marktplatz, dem Kern
des ehemaligen Dorfes Scharmbeck. Parkmöglichkeiten sind auf
der nahegelegenen Marktweide vorhanden. Das letzte alte
Bauernhaus aus der Zeit vor der Stadtsanierung ist noch neben dem
auf der linken Seite des Marktplatzes stehenden ehemaligen
Feuerwehrturm vorhanden. Markanter Blickpunkt des Marktplatzes
ist die 1897 gepflanzte Kaiser-Wilhelm-Eiche.
-
-
St.
Willehadi-Kirche
-
-
B
Wenden Sie sich nun in Richtung Kirchenstraße, der 1985
eingerichteten Fußgängerzone, so kommen Sie zur
St.-Willehadi-Kirche von 1745 mit Turm aus dem 10./11. Jh. Die
Kirche ist sonntags von 15.30 bis 17.00 Uhr für
Besichtigungen geöffnet.
-
-
Gut
Sandbeck
-
-
C
Weiter geht es am Ende der Fußgängerzone durch die
gegenüberliegende Beckstraße, nach einem längeren
Fußmarsch vorbei an dem 1763 von Ernst-August von Sandbeck
erbauten Sandbecker Witwenhaus zum städtischen Kulturzentrum
Gut Sandbeck, der Guten Stube Osterholz-Scharmbecks.
Gut Sandbeck stellt den Hauptanziehungspunkt für die
Liebhaber klassischer Kultur dar. Das 1575 im Stil
der Weserrenaissance erbaute Gutshaus sowie die Große und
die Kleine Scheune hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck erworben,
um sie der Nachwelt als kulturhistorische Stätte zu
erhalten. (Foto: siehe Titelseite)
-
-
Ältestes
Bürgerhaus
-
-
D
Nach kurzem Fußmarsch durch die Sandbeckstraße
gelangen Sie an der Ecke Sandbeckstraße/Hundestraße
zum ältesten zivilen Gebäude der Stadt
Osterholz-Scharmbeck. Das Bürgerhaus in der Hundestraße
11 stammt aus dem Jahre 1626, heute beherbergen seine Räume
eine Einrichtung des Diakonischen Werkes.
-
-
 Der
Stadtpark. -
-
STADTPARK
-
-
E
Nun führt ein etwas längerer Weg durch Hundestraße,
Poststraße und Teichstraße zum Stadtpark, an dessen
unterem Ende man auf das Wasserrad trifft, das früher
Teil der Wasserstauanlage Fehsenfeld war. Diese war in der
ursprünglichen Form Teil einer im 12. Jahrhundert erbauten
Kornmühle.
-
 Das
Wasserrad im Stadtpark. -
-
Wasserturm
-
-
F
Oberhalb des Stadtparkes halten Sie sich links und Sie gelangen
auf der rechten Seite zu einem hoch aufragenden Erkennungszeichen
der Stadt, dem ehemaligen Wasserturm, der heute als Aussichtsturm
dient. Gebaut wurde er im Jahre 1935 innerhalb von nur vier
Monaten. Der Turm ist in jedem Jahr von ca. Mitte Mai bis Oktober
bei gutem Wetter an Sonn- und Feiertagen von 15.00 bis 18.00 Uhr
geöffnet. Von dort hat man bei guter Sicht einen schönen
Ausblick auf die Hammeniederung, nach Worpswede und Bremen. -
-
Der
ehemalige Wasserturm.
-
-
Mühle
von Rönn
-
-
G
Ein Stück weiter (die Lindenstraße wieder zurück),
gelangen Sie zur Mühle von Rönn, für viele immer
noch das Wahrzeichen der Stadt. Der doppelstöckige
Viergänge-Holländer wurde 1882 erbaut und nach der
Zerstörung der Flügel 1958 mit neuem Flügelwerk
ausgestattet. -
-
Die Mühle
von Rönn.
-
-
-
Rathaus
-
-
H
Am Ende der Lindenstraße erreichen Sie auf der linken Seite
das Rathaus der Stadt Osterholz-Scharmbeck.
-
-
-
Es
wurde Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts errichtet und
erfüllte ab 1891 bis 1931 seine Funktion als Armenhaus und
später als Pflegeheim, bevor es Verwaltungsgebäude der
beiden zusammengelegten Orte Osterholz und Scharmbeck wurde. An
der Ecke Bahnhofstraße/Lindenstraße steht das 1872
errichtete Denkmal für die Gefallenen des
deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Der Entwurf stammte
von dem Marschendichter Hermann Almers aus Rechtenfleth. -
Zurück geht es durch die
Bahnhofstraße zum Ausgangspunkt des Stadtspazierganges,
dem Marktplatz.
-
-
-
Rathaus
der Stadt Osterholz-Scharmbeck.
-
-
-
Dauer der Tour B ca. 2 3
Stunden zu Fuß. Tour A und B können zu einem großen
Stadtspaziergang in Geschichte und Kultur (Dauer ca.
5 Stunden) miteinander verbunden werden, wenn man mit dem Punkt 1
der Tour A beginnt und anschließend die Bahnhofstraße
bis zum Marktplatz, dem Punkt A der Tour B, geht. Sodann schließt
sich Tour B bis zum Endpunkt H (Rathaus) an. Wenn Sie am Rathaus
die Osterholzer Straße links heruntergehen, können Sie
dann Tour A ab Punkt 3 (Hünengrab) anschließen.
-
|
|
1 -
Bahnhof 2 - Kulturzentrum Kleinbahnhof 3 - Hünengrab 4
- Ehrenmal für die Gefallenen 5 - Klosterkirche 6 -
Museen des Landkreises Osterholz 7 - Klosterholz |
A
- Marktplatz B - St. Willehadi-Kirche C - Kulturzentrum Gut
Sandbeck D - Ältestes Bürgerhaus in der
.....Hundestraße 11 E -
Stadtpark F - Wasserturm G - Mühle von Rönn H -
Rathaus mit Denkmal für die .....Gefallenen
des deutsch - .....französischen
Krieges.
SEITE
SCHLIESSEN |