Was
steht denn da? Moderne Skulpturen in Zeven
Spätestens seit dem
Bildhauersymposium 1993 finden wir in Zeven eine Vielzahl
unterschiedlichster moderner Skulpturen. Sie sind herzlich
eingeladen, mit mir diese Kunstwerke zu erkunden und
kennenzulernen. Auch kleine Abstecher mit Hinweisen auf
Geschichtliches und Sehenswürdiges sind eingeplant.
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1
Wir beginnen bei Zevens Finanzamt an der Labestraße, den
Parkplatz finden wir hinter dem Haus. In der Mitte des runden
gepflasterten Vorplatzes steht eine über 4m hohe
Metallskulptur Der Zehnt. Sie stammt von Horst
Rellecke aus Möhnesee und wurde 1990 vor dem fertigen Neubau
aufgestellt. Das Windspiel aus Edelstahl versinnbildlicht die
Aufgaben des Finanzamts, die darin besteht, einen Teil des
erwirtschafteten Einkommens für die Allgemeinheit
einzubehalten. Die konzentrischen Ringe, klein, mittel und groß,
stellen die Gesamtmenge der Einkünfte dar. Der
herausgeschnittene Keil die Abgaben, die Steuern oder wie es
früher hieß: Der Zehnt. -
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2
Nach ca. 10 Minuten Fußweg Richtung Stadtmitte sehen wir
bereits links vor uns den schönen Stadtpark und dahinter das
Museum Kloster Zeven und den St. Viti-Kirchturm. Ein schöner
Wanderweg, auch Philosophenweg oder Kußallee
genannt, geht direkt vor der Brücke links der Mehde entlang.
Wer diesen Abschnitt mit dem Auto zurücklegen möchte,
parkt am besten auf dem Parkplatz direkt vor der St. Viti-Kirche
und Museum, Rest eines Benediktinerinnenklosters um 1141, sind
eigentlich einen Besuch für sich wert. Die Öffnungszeiten
finden Sie im Anhang. Doch auch zur Kunst gibt es hier etwas zu
entdecken: Die bronzenen Türgriffe Taube, Löwe und
Fisch an den drei Eingängen des Museums wurden 1988 durch
den Hamburger Bildhauer Klaus Luckey gefertigt. Im Innenraum
stehen direkt im Eingangsbereich noch die Drei Singenden
Nonnen, eine ca,. 70m hohe Terracotta-Plastik, ebenfalls
von Klaus Luckey, die an den klösterlichen Ursprung des
Gebäudes erinnern soll. -
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3
Gehen wir jetzt in den Stadtpark, sehen wir in dessen Mitte zwei
große keilförmige Sandsteine liegen. Es ist das
Ungleiche Paar, das die Jorker Künstlerin
Barbara Uebel während der Kunst-Werk-Schau, dem
Bildhauersymposium 1993, hier an Ort und Stelle anfertigte. Die
Arbeiten der weiteren 6 Künstler des Symposiums werden wir
nachher im Skulpturengarten sehen. Die Komposition als große
klare Form bildet einen optischen Mittelpunkt und ist von weither
sichtbar. Sie lädt ein zum Hingehen, zum Herumgehen,
Anfassen, Durchschreiten oder Anlehnen.
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4
Überqueren wir die Bäckerstraße, dann stehen wir
bereits vor dem Rathaus, auf dessen Vorplatz die Pferdehändler
per Handschlag ihren Handel besiegeln. Sie erinnern sozusagen
illustrativ und dekorativ an den hier ursprünglich
stattfindenden Viehmarkt, der damals regionale Bedeutung hatte.
Die bronzene Figurengruppe mit kleinem Brunnen von dem Bremer
Bildhauer Claus Hornfeld wurde gemeinsam durch die Samtgemeinde
und die Sparkasse beim Neubau des Rathauses 1982 aufgestellt.
Fohlen und Hund laden die Kinder zum Daraufsitzen
ein.
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 5
Wenn Sie möchten, machen Sie von hier einen kleinen
Abstecher: Sie überqueren die Lange Straße und gehen
gleich die nächste Straße links in den Kattrepel
hinein. Auf einem Sockel vor dem Fernmeldeamt ist eine leicht
abstrahierte Liegende Kuh aus Bronze zu sehen. Sie
wurde bereits 1966 durch Alice Peters aus Bremen für den
damaligen Neubau geschaffen. Vertreter der Stadt wählten das
Motiv als besonders passendes Symbol für die Milchstadt
Zeven aus, eine Anspielung, die sich auf das in Zeven
ansässige Unternehmen der Nordmilch bezog.
Rechts neben dem Fernmeldeamt geht ein Durchgang zurück zur
Langen Straße. Falls Sie eine kleine Pause einlegen
möchten, sollten Sie das jetzt tun, z.B. mit Kaffee und
Zevener Himmelstorte. -
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6
Über die Schulstraße gelangen wir zum Christinenhaus,
dessen roten Backsteingiebel wir bereits von dieser Fußgängerzone
aus sehen. Hier gibt es viel zu sehen:
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1. Auf
dem gepflasterten Vorplatz treffen wir zunächst auf die gut
2m hohe Bronze-Plastik Großer Hephaistos von
Waldemar Otto aus Worpswede. Der mit seinem Klumpfuss geborene
Hephaistos, Schutzpatron der Handwerker und Künstler, kann
als ein wichtiges und charakteristisches Werk des Künstlers
angesehen werden, welches vor dem Christinenhaus einen geeigneten
Platz hat und gleichzeitig dem Vorplatz seine eigentliche
Raumwirkung verleiht.
 Das
Christinenhaus wurde um 1650 erbaut und beherbergt heute außer
den historischen Räumen und einem kleinen Veranstaltungssaal
die städtische Galerie. Hier finden seit 1986 ständig
wechselnde Kunstausstellungen statt, schwerpunktmäßig
zur modernen Kunst des Elbe-Weser-Raumes. Die Öffnungszeiten
finden Sie im Anhang.
2. Auf
der kleinen Mauer direkt vor dem Haus steht noch eine kleine
Bronzefigur des Hamburger Künstlers Klaus Luckey. Sie wurde
nach dem Umbau des Hauses 1986 platziert. Es ist die schwedische
Königin Christine, zu deren Besitz dieses Hauses zählte
und die auf ihrer Reise nach Rom hier genächtigt haben soll.
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7
Die Gartenanlage hinter dem Haus wurde ebenfalls 1986 in Anklang
an einen barocken Hausgarten neu angelegt, wobei bald die Idee
entstand, auch Skulpturen aufzustellen:
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1 Die
Keramikkünstlerin Edith Loef-Langer aus Seedorf machte einen
symbolischen Anfang des Skulpturengartens, als sie 1988 der Stadt
Zeven die Plastik Die Kraftvolle, einen ca. 35cm
großen expressiven weiblichen Torso schenkte. Die weiteren
hier aufgestellten Werke entstanden bei der Kunst-Werk-Schau
1993.
2 Das
Herzstück bildet das farbenfrohe, etwa 5m hohe
Bewegliche Objekt (siehe Titelfoto) aus Metall
inmitten des Teiches von Gudrun Fischer aus Fischerhude. Es
bezieht sich auf den ganzen Umraum und nimmt dessen Formensprache
auf, einerseits als ein fast vegetatives pflanzliches Gebilde,
andererseits durch die Grundform des Kreises und ihre
spielerische Abwandlung, wie wir sie auch in der barocken Anlage
finden.
3 Ein
kleines Stückchen weiter steht der 3,60m hohe Thorwagen
aus Eichenholz. Hierbei bezieht der Künstler, Oliver
Voigt-Wendelstein aus Otterstedt, sich vor allem auf das
historische Umfeld des Christinenhauses.
 In
einer bewussten Spannung zu der christlichen Geschichte des
Hauses setzt der Künstler in die Natur des grünen
Gartens den ursprünglich hier und in nordischen Gefilden
beheimateten germanischen Donnergott auf einem Streitwagen: wild,
roh, kraftvoll steht er in seiner gekippten Stellung in
gefährdeter Position.
4 Auf
seiner Rasenfläche im Durchgang zur Rhalandstraße
steht die 2m hohe Sandsteinskulptur Kain und Abel von
Holger Voigts aus Bassen. Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien
veranlasste den Künstler, das alte biblische Thema des
Brudermordes aufzugreifen. Schräg gegenüber steht ein
Gedenkstein ...für die Opfer der Gewalt....
5 Auf
dem weiteren Rundgang durch den Garten treffen wir als nächstes
auf die 1,60m hohe abstrakte Artemis von Siegfried
Stolle aus Worpswede. Vegetatives, Fruchtbarkeit
und Weibliches sind Stichworte, die uns bei der
Betrachtung durch den Kopf gehen könnten. Der edle weiße
griechische Marmor schafft einen hellen leuchtenden Punkt im
hinteren Teil des Gartens.
6
Zwei Meter hoch aus hellgrauem Sandstein ist die Stele,
die der Bremer Künstler Thomas Kaufold anfertigte. Schlicht
und einfach, sich selbst genügend, steht sie frei im Raum.
Der subtile Reiz der leisen Töne und eine unerwartete
Vielfalt der Formensprache erschließen sich erst bei
näherer Betrachtung des Werkes.
7
Eberhard Szejstecki, ebenfalls aus Bremen, schuf aus Sandstein
den 1,45m hohen Reitertorso für diesen Garten.
Zuvor beschäftigte er sich mit klassischen Denkmälern
und typischen Reiterstandbildern, die
heroischpatriarchaisch neben den wichtigen Gebäuden in den
verschiedenen Städten zu stehen pflegen. In seiner etwas
grotesken oder lustigtiefsinnigen Umsetzung dieses Themas blieb
vom wichtig-gewichtigen Reiter nur der alles beherrschende Kopf,
vom Pferde nur dessen Torso.
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8
Weitere Skulpturen in Zeven finden Sie noch an folgenden Stellen:
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1 Ecke
Berliner Straße/Breslauer Straße, eine über
Metallskulptur Aufwärts, voran!
2
Vor der Janusz Korczak Schule, Scheeßeler Straße,
Zwei Kinder mit Luftballons, 1975 von Claus Hornfeld
geschaffen.
3
Berufsbildende Schulen, Dammackerweg, Wand-Relief, aus Kunststoff,
1974, von Adrian v.d. Ende.
4
Vor dem St. Viti-Gymnasium, Bahnhofstraße, Findlinge,
1979, Gemeinschaftsarbeit der Kunsterzieher Friedel Terbüsch
(Bildhauer), Klaus Bierkardt und Knut Kaufmann.
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Im Rathausfoyer befindet sich die
Touristeninformation: Rathaus, Am Markt 4, 27404 Zeven, Tel.
04282/716-0.
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Im Rathaus, im Museum Kloster Zeven oder
Christinenhaus sind u. a. folgende Schriften zu bekommen:
1.) Katalog der Kunst-Werk-Schau,
Entstehung des Skulpturengartens, 1993
2.) Streifzug durch die
Geschichte Zevens, Museum Kloster Zeven und Christinenhaus,
mit Museumsführer.
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Öffnungszeiten:
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Museum Kloster Zeven, Klostergang 3,
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27404 Zeven und Christinenhaus mit
städtischer Galerie, Lindenstr. 11, 27404 Zeven
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DO 14.00-17.30 Uhr, SO 15.00-17.00 Uhr
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Eintritt frei, Führungen und Gruppen
n.V.
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Tel. 04281/716-159
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Feuerwehrmuseum Zeven e.V., Meyerhöfen
7, 27404 Zeven, el. 04281/2376 und 6109
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SO 14.00-17.00 Uhr oder n.V.
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