L A N D S C H A F T S V E R B A N D     S T A D E :   S C H R I F T E N R E I H E


700 Jahre Klostergeschichte in einem Buch:
Das „Urkundenbuch des Klosters Zeven“ ist erschienen

Unter den mittelalterlichen Klöstern des Elbe-Weser-Dreiecks nimmt das Kloster Zeven in mehrfacher Hinsicht eine herausragende Stellung ein: Es ist aus dem bereits im 10. Jahrhundert gegründeten und Mitte des 12. Jahrhunderts nach Zeven verlegten Kanonissenstift Heeslingen hervorgegangen und war damit das mit Abstand älteste Kloster dieser Region. Die aus dem Gründungsjahrhundert stammende und bis heute erhaltene Kirche des ehemaligen Stifts Heeslingen ist zugleich die älteste Steinkirche im Elbe-Weser-Dreieck und eine der ältesten Kirchen Niedersachsens überhaupt. Dank seiner großzügigen Gründungsausstattung durch den Stifter, den Grafen Hed, einerseits sowie andererseits durch zahlreiche weitere Stiftungen und Zuwendungen, die dem Kloster im Laufe der folgenden Jahrhunderte zufielen, war dieses durchgehend eines der am reichsten ausgestatteten Klöster des mittelalterlichen Erzstifts Bremen. 1141 verfügte der Bremer Erzbischof die Verlegung des Klosters von Heeslingen in das nur wenige Kilometer entfernte Zeven.

Im Reformationszeitalter verharrte das Kloster Zeven, ebenso wie einige andere Klöster im Erzstift Bremen, bis zum Ende des 30-jährigen Krieges beim überkommenen katholischen Glauben. Erst mit der Auflösung des Erzstifts Bremen und des Hochstifts Verden als geistliche Territorien und ihrer gemeinsamen Übertragung an das Königreich Schweden im Westfälischen Frieden von 1648 kam auch für das Zevener Kloster das Ende. Die letzte der damals noch verbliebenen Nonnen, die auf Lebenszeit Unterhalts- und Wohnrecht behielten, starb 1694. In diesen Jahrzehnten vollzog sich somit in Zeven wie in den übrigen betroffenen Klöstern der Region die allmähliche Umwandlung einer geistlichen Grundherrschaft in eine Einrichtung der staatlichen Verwaltung.

Urkundenbuch des Klosters Zeven, bearbeitet von Elfriede Bachmann und Josef Dolle, Wallstein-Verlag 2016 (Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden Band 47 / Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 286). 430 Seiten, 40 Abbildungen. 39,90 Euro, erhältlich im Buchhandel, ISBN 978-3-8353-1855-7.


NÄHERES:  Landschaftsverband Stade, Im Johanniskloster, 21682 Stade, Telefon (04141)46300, Fax: (04141)47163, ( www.landschaftsverband-stade.de ),
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